Carlos im Interview bei Manytoo

Donnerstag, Februar 17th, 2011 | Exbewohner News

Carlos gab heute ein Interview in einem Voice Raum bei Manytoo.

Zuerst berichtete er über seine neue CD. Er war umgezogen und genau in seinem Haus wo er nun wohnt, wohnt ebenfalls ein Musikproduzent. Sie haben sich dann über Internet näher kennen gelernt und erst dann getroffen. Und so haben sie zusammen was aufgenommen. Carlos sprach von Schicksal oder Zufall, er weiß es nicht, aber er ist unheimlich froh ihn getroffen zu haben. Den Text vom aktuellem Song Espérame, welcher am 11.2. veröffentlicht wurde, hat Carlos übrigens selbst geschrieben.

Seine Kindheit

Sein Vater war Polizist, seine Mutter Hausfrau. Sie waren nicht reich an Geld, aber sie waren reich an Liebe.

Mit 14 begann Carlos zu arbeiten weil er seine Eltern finanziell unterstützen wollte. Dadurch hat er die Schule dann vernachlässigt und so auch keinen Abschluss bekommen. Er wollte schon immer auf die Bühne und da war ihm die Schule nicht so wichtig.

Carlos wollte als Kind Schauspieler werden und seine Eltern haben ihn dabei unterstützen. Als er 18 war hatte er eine Arbeit und konnte dadurch dann seine Schauspielschule in Argentinien selbst bezahlen. Auch wenn seine Eltern nicht reich waren, haben sie ihn so gut es ging unterstützt. Er hat später in verschiedenen Musicals in Argentinien arbeiten können und das war für ihn die beste Schule.

1991 kam Carlos nach Deutschland und hier hat er sich dann entschieden dass Gesang für ihn an erster Stelle kommt. Ein Freund von ihm und er gingen von Restaurant zu Restaurant mit Gitarre und sangen und verdienten so ihr erstes Geld. Ursprünglich war Carlos nur zu Besuch bei seinem Onkel und seiner Tante doch dann blieb er.

Carlos war 6 Wochen in Deutschland, da starb sein Vater.

Carlos sagt von sich selbst, dass er sehr gefühlvoll ist. Er sagt, er glaube selber, dass er ein Mann ist, der in seinem Leben mehr geweint als gelacht hat. Er hatte sehr schöne Momente im Leben aber auch viele sehr schlechte. Jedoch hat er nie in seinen 20 Jahren in Deutschland ein rassistisches Erlebnis gehabt. :)

Das Supertalent

Carlos hat sich nicht selbst beworben. Harald hat ihn angemeldet. Für Carlos war das die schönste Zeit seines Lebens dort bei Supertalent mitzumachen.

Die Diagnose Aids

1990 hatte Carlos eine Gürtelrose im Rachenraum. Das erste Symptom von Aids. Er wusste nicht was HIV ist. Aids war ein Begriff aber man wusste nicht dass es ein Todesurteil ist. Er kannte es nur als “pinkfarbene Pest”. Er hat sich dann testen lassen und es war für ihn ein Schock. Er hat erst in Deutschland erfahren, dass er Aids hat. In Argentinien konnte er sich den Test nämlich nicht leisten. Er wollte dann nicht mehr denken und nahm dauernd Schlaftabletten. Er dachte er hätte nur noch maximal 2 Jahre zu leben und verlor alle Hoffnung. Er gab sich zu der Zeit einfach auf. Er hatte durch Telefonate mit seiner Mutter immer erfahren, dass viele seiner Freunde gestorben sind. Fast jeden Monat sind ein oder zwei verstorben. Er konnte es seiner Mutter zu der Zeit aber nicht sagen, dass er HIV positiv war.

Als seine Mutter es dann erfuhr, musste er ihr versprechen, dass er nach ihr stirbt. Erfahren hat sie von der Diagnose weil sie heimlich einen Brief von Carlos an einen Freund aufgemacht hat in welchem Carlos diesem von seiner Diagnose erzählte. Seine Mutter stellte ihn dann zur rede und das gab ihm dann die Kraft wieder zu kämpfen, denn er wollte das seiner Familie nicht antun.

Nach 4 Jahren Diagnose hat er dann mit Medikamenten begonnen, die sehr starke Nebenwirkungen hatte. Bis zu 32 Tabletten nahm er damals. Auch machte er 5 Jahre Gesprächstherapie. Es war eine Zeit von vielen Hoch und Tiefs.

Nach der Diagnosestellung brauchte er viel Zeit um wieder seelisch stabil zu werden.

Er sagt, er hatte damals Glück dass er eine Frau traf, die ihn mit der Aidshilfe in Kontakt brachte und von dort bekam er die Gesprächstherapie, die ihm das Leben gerettet hat.

Seine Ehe und die Liebe

Mit Harald ist Carlos mittlerweile 6 Jahre zusammen. Ohne Liebe ist das Leben nur halb gelebt.

Schwul sein

Carlos und Harald hatten nach Supertalent ein schlechtes Erlebnis gehabt. Sie wurden von 4 Männern angegriffen. Harald erlitt gebrochene Rippen und eine Platzwunde. Ansonsten bekamen sie noch böse Mails übers Web.

Am Anfang war dieser Hass schwer für Carlos mit umzugehen. Aber mittlerweile hat er gelernt damit umzugehen.

Carlos über Sexy Cora

Carlos erhielt von Fans viele Mails ob er nicht einen Song für Cora schreiben könnte. Carlos wollte das jedoch nicht. Dann erhielt er jedoch eine Nachricht von einem Musikproduzenten, welcher einen Song geschrieben hatte, der auch von Fans Aufforderungen bekam, dass Carlos diesen singen solle. So kam es dann zu der Zusammenarbeit. Carlos hatte Cora nach dem BB Haus wenig gesehen, da sie viel unterwegs war, aber sie haben viel geschrieben.

Die Big Brother Zeit

Carlos fragte ob er sich selbst beworben habe bei BB, er hat diese Frage nicht beantwortet sondern sagte: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Er räumt ein dass nicht alles so lief wie er es sich vorgestellt hatte und es vermutlich nicht die richtige Entscheidung war da mitzumachen. Und er berichtet dass es im Haus oft anders gesehen wird als wie vor dem Fernseher wahrgenommen. Er erzählt, dass wenn man so eingesperrt ist, dann würde jeder mal ausrasten. Er sagt BB forciert keine Situationen aber Dinge passieren einfach so. Carlos sagt er habe mit keinem Stress gehabt außer mit einer.

Carlos berichtet dass BB nicht 100% Real ist. Weil im BB Haus kann man nicht entscheiden alleine zu sein oder sich auszusuchen mit wem man Kontakt hat. Daher ist BB nicht 100% real.

Auch bekamen Carlos und Harald keine Sonderbehandlung. Zwar wurden sie nicht mit Kornfutter bestraft wenn die Wochenaufgabe nicht bestanden wurde, aber sie durften dann stattdessen sich nicht pflegen für diese Woche.

Carlos berichtet dass seine Beziehung zu Harald nicht unter der Big Brother Zeit gelitten hat.

Carlos größter Wunsch

Sein größter Wunsch wäre die Heilung von HIV. Nicht für ihn, er sagt er ist schon 47 da ist es fast egal, aber ihm geht es um die Kinder in den armen Ländern wo die Kinder reihenweise an aids sterben. Für die Menschen, die keine Therapie wie er bekommen können, für diese wünscht er sich die Heilung der Krankheit.

Fragen der User

Nach dem Auszug aus dem Big Brother Haus hat er ein Gespräch mit der Aidshilfe gehabt. Diese hatten sich nach dem Vorfall mit Iris im Big Brother Haus von dem Werbespot in einer Stellungnahme distanziert. Nach dem Auszug wurde dieses jedoch geklärt und das Verhältnis zueinander ist wieder gut.

Auf Nachfrage inwiefern der Vorfall mit Harald auf der Loveparade abgeschlossen ist und das vom Tisch sei oder ob es noch laufe, hat er geantwortet, dass er diese Frage nicht beantworten möchte und aktuell auch nicht kann.

Auf die Frage ob er an Gott glaube, sagte er, dass er an eine höhere Macht glaube.

Auch sagt er von sich, dass er bezüglich seiner Stimme, sehr sehr kritisch sei. Auch seine Mutter und sein Mann sind mit ihm kritisch und das gefällt ihm.

Carlos würde bei einer Reise in die Vergangenheit nichts anders machen. Außer eines. Wenn er jemand unabsichtlich verletzt habe in der Vergangenheit, dann würde er das ändern. Aber sonst würde er an seiner Vergangenheit nichts ändern, nicht mal seine Krankheit, denn diese war eine Lehre für ihn.

Bezüglich seiner Zukunft äußerte er den Wunsch noch weiter zu leben und noch etwas erreichen. Er hat zwar schon ein wenig erreicht aber er möchte er noch mehr in seinem Leben in Bezug auf seine Karriere erreichen.

Carlos sagt, er würde mit seiner Erfahrung doch noch mal begrenzt ins BB Haus gehen aber nicht so lange würde er mehr drin sein wollen.

Carlos hat keine Angst vor dem Tod. Aber er sagt, er hat Angst vor dem Leiden und vor dem Verabschieden von den Menschen. Er selbst geht, aber seine Liebe wird bleiben. Er glaubt nicht dass der Tod das Ende ist.

Es war ein interessanter Talk und machte Spaß zuzuhören. :)


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